Aktuelles

Fontane-Plakette für Prof. Dr. Humbertus Fischer

Im Anschluss an die Jahresmitgliederversammlung  der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg e. V. am 23. Februar 2019 wurde das Vereinsmitglied  Prof. Dr. Hubertus Fischer die Fontane-Plakette verliehen. Sie ist auch seinem Engagement und sein Wirken für die Gartenkunst und Landschaftsgestaltung gewidmet.

Die Laudatio von Gerhard  Weiduschat und die Dankesworte des Geehrten sind im Mitteilungsblatt  der Vereinigung 2019 Heft 2  auf den Seiten 104-113 gedruckt.

Wir gratulieren unserem Vorstandsmitglied ganz herzlich für diese Auszeichnung ganz herzlich!

Im Anhang finden Sie die Lautatio von Gerhard Weiduschat

Besprechung der Buchvorstellung des Czartoryska-Buches in Poznan

Die Vorstellung des Gartenbuches von Izabela Czartoryska in Poznań

 

Die Veranstaltung, die unter dem Titel: „Über die Gartenkunst von Fürstin Izabela Czartoryska” am 22. Mai 2019 im historischen Roten Saal des Działyński-Palais am Alten Markt in Poznań stattfand, war vor allem der Präsentation des Werkes von Izabela Czartoryska: „Myśli różne o sposobie zakładania ogrodów” (1808) und insbesondere dessen hervorragenden Edition in deutscher Sprache, die unter dem Titel: „Mancherlei Gedanken über die Kunst, Gärten anzulegen”, bereits im vergangenen Jahr (2018) in Berlin herausgegeben worden war, gewidmet.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand jedoch nicht nur die Vorstellung der deutschen Ausgabe des Buches von Czartoryska, die der Initiative von Michael Niedermeier zu verdanken ist und die unter Mitwirkung von anderen Personen (u.a. von Katrin Schulze, Marta Majorczyk, Ines und Clemens Alexander Wimmer, Barbara Werner, Renata Kwaśniak) und mit Unterstützung der Pückler Gesellschaft e.V. sowie der Klassik Stiftung Weimar erscheinen konnte. Wir wollten darüber hinaus das Werk von Czartoryska im breiteren Kontext darstellen: Unser Ziel war es, ihre Leistungen, insbesondere auf dem Gebiet der Gestaltung der Landschaftsgärten und –architektur hervorzuheben sowie ihre Verdienste für die polnische und europäische Kultur zu beleuchten.

Das Ziel der Veranstaltung war außerdem, das Buch der Fürstin und seine erste Übersetzung vor dem Hintergrund der Epoche, des kulturellen Austauschs des Dialogs der Kulturen und der wechselseitigen Inspirationen zwischen Deutschen und Polen, nicht nur in Bezug auf die Gartenkunst, sondern auch in der Kultur allgemein zu zeigen, als ein Phänomen des Gedanken- und Ideenaustausches zwischen den beiden Völkern.

Nicht zuletzt wollten wir zugleich auf die Aktualität der Ideen von Czartoryska hinweisen und unterstreichen, dass ihre Gedanken über die Gartenkunst heutzutage weiterhin lebendig bleiben. Davon zeugt das Interesse sowohl auf deutscher (die Übertragung ihres Werkes ins Deutsche) als auch auf polnischer Seite (gegenwärtige Revitalisierung und Gestaltung von Landschaftsgärten nach Vorbildern aus dem Gartenbuch Czartoryskas).

An der Präsentation der deutschen Edition nahmen Gäste aus Deutschland und Polen teil. Michael Niedermeier (Herausgeber und Initiator der deutschen Publikation, Mitglied der Pückler Gesellschaft e.V.), schilderte die damalige Rezeption der Abhandlung von I. Czartoryska (1805) im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, wo J. W. Goethe lebte und wirkte, denn Czartoryskas Buch hinterließ, wie Niedermeier erwähnte, auch in Weimar, sichtbare Spuren. Er sprach auch über die Entstehung der Übersetzung dieses bedeutenden Werkes und die Autoren der Beiträge in der deutschen Edition.

Den Inhalt und Aufbau des Buches stellte Katrin Schulze, Landschaftsarchitektin und hervorragende Kennerin von Izabela Czartoryskas Werk und Wirken dar; sie hat ihre Magisterarbeit über deren Leistungen verfasst und viele Texte der Fürstin ins Deutsche übersetzt; sie ist darüber hinaus auch mit der Gartenkultur in Polen gut vertraut. Frau Schulze schilderte die Fürstin als Wegbereiterin des Landschaftsgartens in Polen und zeigte die wesentlichen Elemente deren Gartenkunst auf; sie hat auch auf die Rolle bestimmter Pflanzen und Bäumegattungen in Czartoryskas landschaftlichen Projekten hingewiesen.

Die Germanistin und Linguistin, Renata Kwaśniak, die am Goethe-Wörterbuch an der Berliner-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften tätig ist und ebenfalls bei der Entstehung des Buches mitgewirkt hatte, reflektierte Kontakte von Johann Wolfgang Goethe mit der Fürstinfamilie Czartoryski auf der Grundlage von Dokumenten, Erinnerungen, Tagebüchern und verschiedenen Aufzeichnungen des berühmten deutschen Dichters.

Darüber hinaus nahmen an der Veranstaltung auch zwei polnische Fachfrauen teil. Barbara Werner, Kunsthistorikerin, Hauptspezialistin für historische Gärten und Gartenleiterin von Łazienki Królewskie in Warschau, Spezialistin für Gartendenkmalpflege, Geschichte der Architektur und der Gartenkunst, erörterte ausführlich die Rolle von Fürstin Czartoryska in der polnischen und europäischen Kultur.  

 Am Beispiel der Revitalisierung des Landschaftsparks in Koszuty (Großpolen), die nach Czartoryskas Ideen von Tadeusz Osyra (dem ehemaligen Leiter des Muzeum Ziemi Średzkiej), in den 90er Jahren des 20. Jh. durchgeführt worden war, zeigte Gabriela Klause (Architekturhistorikerin und Denkmalpflegerin), dass das Werk von Czartoryska auch heutzutage von Bedeutung ist und in Polen bei der Wiederherstellung historischer Gärten als Vorbild gilt.

Auf die Fachvorträge folgte eine rege Diskussion, die das breite Spektrum des ersten Teils der Veranstaltung aufgriff. Dies alles zeugt deutlich davon, dass Czartoryskas Grundsätze und Gedanken über die Gartenkunst ihre Aktualität nicht verloren haben und weiterhin von Bedeutung sind.

Am 23. Mai nahmen die Referenten sowie Ewa Johna von der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau in Begleitung von Maria Wagińska-Marzec, die den Abend um die Gartenkunst Izabela Czartoryskas im Namen des Westinstituts Poznań organisierte, an einer Exkursion in zwei historische Gärten Großpolens teil. In Roglin, dem Familiensitz der Raczyńskis, besuchten wir das Schloss und die Gemäldegalerie, geführt durch die Leiterin der Außenstelle des Nationalmuseums in Poznań Ewa Leszczyńska, die die wechselvolle Geschichte des Ortes und der Familie sowie die beeindruckende Restaurierung der Residenz und deren Ausstattung präsentierte. Die Führung durch den Park übernahm – wie auf der Gartenreise der Pückler-Gesellschaft 2015 – Piotr Wilanowski, der sowohl über die Geschichte sowie die bereits erfolgte, die laufende und die geplante Revitalisierung der Anlage berichtete als auch auf die Landschaft, die Pflanzenwelt (den historischen Eichenbestand) und die Besonderheiten der Tierwelt (die geschützten Insekten, den Eichenbock und den Ermit/Juchtenkäfer) in Rogalin einging.

Am Nachmittag besichtigten wir auf Einladung des Direktors des Regionalmuseums des Schrodaer Landes (Muzeum Ziemi Średzkiej) Jacek Piotrowski das Landgut Koszuty mit seinem Gutshaus aus dem 18. Jh. und dem Anfang des 19. Jh.s angelegten und Ende des 20. Jh.s revitalisierten Park. Beim Spaziergang durch die Parkanlage verweilten wir an einigen Stellen, die in Anlehnung an das Gartenbuch Izabela Czartoryskas gestaltet wurden, wie der herzförmige Rosenclump vor dem Haus und weitere Clumps auf der Parkseite oder die Anhöhe mit einer Madonna-Figur.

Die am 22. Mai in der Veranstaltung präsentierten Beiträge werden in der Wissenschaftszeitschrift des Westinstituts „Przegląd Zachodni“ veröffentlicht. Der Abend um die Gartenkunst Izabela Czartoryskas fand großen Anklang beim Publikum. Er war und ist weiterhin Gesprächsthema, insbesondere bei verschiedenen, auch internationalen Treffen im Działyński-Palais und im Westinstitut Poznań.

 

Maria Wagińska-Marzec /               Renata Kwaśniak

(Instytut Zachodni, Poznań)            (Berliner-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin)

Buchvorstellung des Czartoryska-Buches am Institut für Westliche Studien Poznan

 

 

 

 

Auf Einladung der Direktorin des Instituts für Westeuropäische Studien Dr. Justyna Schulz findet im Dzialynski-Palais die Buchvorstellung unseres als "Mitteilungen der Pückler Gesellschaft" 2018 erschienenen Buches Mancherlei Gedanken über die Art und Weise, Gärten anzulegen [„Mysli rozne o sposobie zakladania ogrodow” (1808)] der Fürstin Izabela Czartoryska statt.

Es werden Vorträge gehalten von PD Dr. Michael Niedermeier (Pückler-Gesellschaft e.V. Berlin), Dr. Renata Kwasniak (Berlin-Brandeburgische Akdemie der Wissenschaften, Berlin); Katrin Schulze (Landschaftsarchitektin; Autorin einer Magisterarbeit über Izabela Czartoryska und ihr Gartenbuch), Barbara Werner (Kunsthistorikern, Spezialistin für historische Gärten, Lazienki-Park, Warschau), Dr. Gabriela Klause (Architekturhistorikerin und Denkmalpflegerin, Poznan)

Hier ein paar Schnappschüsse vor und nach der Veranstaltung: u.a. Renata Kwansniak, Katrin Schulze, Barbara Werner 

Vor der Veranstaltung im (dann sehr gut besetzten) Roten Saal im Dzialynski-Palais am alten Markt.

 

Katrin Schulze, Renata Kwasniak ud Michael Niedermeier im Eingangsbereich des  Instituts für westliche Studien, im Hintergrund das Plakat zur Veranstaltung

Beim Besuch von Schloß und Garten von Rogalin

Buchbesprechung Czartoryska-Buch

Gartenpraxis 12/2018

Feierliche Baumpflanzung im Warschauer Łazienki-Park

Anläßlich des einhundertsten Jahrestages der Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit pflanzten der deutsche Botschafter in Polen Rolf Nikel und Prof. Dr. Zbigniew Wawer, der Direktor des Muzeum Łazienki Królewskie feierlich im Łazienki-Park zwei Bäume: eine Linde und eine Eiche. Die beiden Bäume besitzen in der Erinnerungskultur der Polen und der Deutschen eine lange Tradition. Unsere Pückler-Freundin Barbara Werner, die den Bereich der historischen Gärten leitet, sprach in ihrer Ansprache über die alte Symbolik dieser Bäume. Wir sind mit ihr seit unserer Polen-Exkursion in lebhaftem Austausch und verdanken ihr auch einen Beitrag zu unserem Czartoryska-Buch. Dr. Renata Kwaśniak stellt uns freundlicherweise Fotos zur Verfügung.

https://www.lazienki-krolewskie.pl/pl/aktualnosci/drzewa-przyjazni-na-100-lecie-odzyskania-niepodleglosci