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Buchpräsentation 22.3.18 Schloß Glienicke

Am 22.3.2018 haben wir in Anwesenheit prominenter Gäste im Schloss Glienicke in einer festlichen Buchvorstellung unseren neuen Mitteilungsband präsentiert.

(Wir danken unserem Mitglied Nicolas A. Klöhn, der uns Fotos zur Dokumentation der Veranstaltung und Schnappschüsse vom anschließenden Stehempfang im Gartensaal des Schlosses zur Verfügung gestellt hat)

 

 

 

Mancherlei Gedanken über die Art und Weise, Gärten anzulegen (1805/1808) - das Gartenbuch der Fürstin Izabela Czartoryska [Myśli różne o sposobie zakładania ogrodów (dt.)] 

 

 

Zum ersten Mal können wir eine Übersetzung des großartigen Gartenbuches der Fürstin Izabela Czartoryska von 1808 vorlegen. Die Fürstin war eine Ikone des polnischen Patriotismus in den Zeiten der Teilung des Landes. Sie errichtete in ihrem Landschaftsgarten in Puławy nicht nur das erste nationale dynastisch-patriotische Museum des unter den Großmächten aufgeteilten Königreichs Polen. Ihr Buch zur Gartenkunst, geschrieben für die aufgeklärte polnische Oberschicht wie für ein breites polnisches Publikum insgesamt, ist dabei ein Meilenstein in der polnischen wie in der internationalen Gartengeschichte:

 

Übersetzung: Marta Majorczyk. Mit Beiträgen von Adam Labuda, Katrin Schulze, Barbara Werner, Clemens Alexander Wimmer. Für die Pückler Gesellschaft e. V. herausgegeben von Michael Niedermeier in Zusammenarbeit mit Renée und Rüdiger Uhlenbrock

Partner unserer Publikation ist diesmal die Klassik Stiftung Weimar, denn das wertvolle handkolorierte Privatexemplar der Großherzogin von Sachsen-Weimar Maria Pawlowna (geb. Großfürstin von Rußland) aus der Anna-Amalia-Bibliothek Weimar bildet die unmittelbare Vorlage für unsere Ausgabe. Und die Blumenclumps vor dem Römischen Haus im Park an der Ilm in Weimar und im Park von Tiefurt wurden rekonstruiert und bepflanzt nach den Pflanzvorlagen aus dem Gartenbuch der Izabela Czartoryska. Die Fürstin war nicht nur mit dem europäischen Hochadel, sondern auch mit den Geistesgrößen von Weimar als der "Hauptstadt der Poesie" (Antoni Edward Odyniec) im Austausch.  Ein großes Kompliment gebührt auch diesmal unserem VDG-Verlag in Kromsdorf/Weimar. Mit seiner Professionalität ist er uns wiederum in jeder Hinsicht der beste Partner gewesen. Die Gestaltung dieses besonderen Gartenbuches wird auch diesmal in Ausstattung und Druckqualität höchsten Ansprüchen gerecht.

 

Eine Anordnung von Clumps und eine Möglichkeit, Wege und Pfade anzulegen

 

Blumenclumps vor dem Römischen Haus im Park an der Ilm in Weimar; 1998/99 rekonstruiert und bepflanzt nach den Pflanzvorlagen aus dem Gartenbuch der Izabela Czartoryska (Foto: Angelika Schneider, Klassik Stiftung Weimar)

 

Eine wegbereitende Rolle für die Entwicklung des Landschaftsgartens in Polen spielte Fürstin Izabela Czartoryska (1746-1835), eine Ikone des weltläufigen polnischen Patriotimus. Neben ihren Parkanlagen in Powązki bei Warschau und ihrem Hauptwerk Puławy bei Lublin, war vor allem ihr Buch Myśli różne o sposobie zakładania ogrodów (Mancherlei Gedanken über die Art und Weise, Gärten anzulegen) wegweisend für Theorie und Verbreitung des „neuen“ Gartenstils in Polen. Es erschien 1805 (zweite Auflage 1808) als erstes umfangreicheres Traktat zur Kunst des Landschaftsgartens in polnischer Sprache. Nie in andere Sprachen übersetzt, blieb das Buch in anderen Ländern so gut wie unbekannt, war aber in Polen vor allem in Hinblick auf die Entwicklung der polnischen Gartenliteratur des 19. Jahrhunderts von großer Wirkung.

In elf von Jan Zachariasz Frey illustrierten Kapiteln behandelt das Buch, mal unterhaltsam, mal sachlich alle wesentlichen Gestaltungselemente des Landschaftsgartens. Im Anhang werden in einem über vierzigseitigen Pflanzenkatalog für die polnischen geographischen Breiten empfohlene Bäume, Sträucher, Stauden und Blumen aufgelistet. Aus Czartoryskas Buch spricht ein durchaus literarischer Anspruch und zeigt ihre breite Kenntnis der europäischen Entwicklungen, weit über die Gartenkunst hinaus. Gleichermaßen enthält es aber auch praktisch umsetzbare, anschaulich dargestellte Ratschläge nicht nur für die Anlage von Gärten, sondern auch für die Verschönerung der Dörfer und ländlichen Gegenden Polens. Nach der von Czartoryska sehr schmerzhaft erlebten Aufteilung Polens unter den Großmächten Preußen, Russland und Österreich-Ungarn werden Gärten für sie zum Symbol für eine glücklichere Vergangenheit, aber zugleich auch für die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Die vorliegende Übersetzung möchte das Werk der Fürstin Czartoryska einem deutschsprachigen und internationalen Publikum näher bringen und damit ihren Beitrag zur Entwicklung des Landschaftsgartens als einem wichtigen Teil der Gartenkunstgeschichte wie auch der gesamten europäischen Kulturgeschichte würdigen.

 

 

 

Prof. Dr. Michael Seiler, 1. Vorsitzender der Pückler Gesellschaft für die Erforschung und Erhaltung historischer Gärten, bei seinen einführenden Worten

 

Dr. Samuel Wittwer, Direktor der Abteilung Schlösser und Sammlungen, sprach ein launiges und herzliches Grußwort im Namen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

 

Prof. ord. Dr. habil. Andrzej Przyłębski, der außerordentliche und bevollmächtigte Botschafter der Republik Polen in der Bundesrepublik Deutschland, sprach in seiner Grußbotschaft über die Fürstin Czartoryska als einer weltläufigen polnischen Patriotin und dankte der Pückler Gesellschaft für ihr Engagement

 

Dr. Reinhard Schweppe, der ehemalige deutsche Botschafter in Warschau und Mitglied der Initiative Nachbarn in Europa in der Stiftung Zukunft Berlin, unterstrich in seinem Grußwort die Notwendigkeit der Förderung eines besseren gegenseitigen Verständnisses der beiden Nachbarnationen im Kontext ihrer jeweiligen Geschichte

 

PD Dr. habil. Michael Niedermeier (Leiter des Goethe-Wörterbuches, BBAW, Vorstandsmitglied und Herausgeber der Mitteilungen der Pückler Gesellschaft) bei seinen einführenden Worten zur Publikation des Gartenbuches

 

Michael Niedermeier dankte allen Beteiligten - hier den Initatoren der Übersetzung Renée und Rüdiger Uhlenbrock - für ihren großen Einsatz

 

Im Anschluß an die Buchvorstellung: die Mitglieder können ihr Exemplar in Empfang nehmen

 

Hier nun ein paar Schnappschüsse vom zwanglosen Zusammensein beim Stehempfang:

 

 

 

Aktuelle Bürobesetzung

Liebe Mitglieder,

im Moment kann das Büro der Pückler Gesellschaft im Schloß Glienicke nur unregelmäßig besetzt werden.  Im Bedarfsfall bin ich aber unter der Rufnummer 0303211520  zu erreichen.

Herzlich Barbara Rams-Schumacher

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