Böhmische Landschaftsgärten
Vortrag von Dr. Martin Krummholz, Kunsthistoriker, Institut für Kunstgeschichte der Tschechischen Akademie der Wissenschaften; Lehrtätigkeit an der Palacký Universität in Olmütz und an der Karlsuniversität in Prag.
Mittwoch, 29. April 2026, 18 Uhr
Kulturvolk / Freie Volksbühne Berlin, Ruhrstraße 6, 10709 Berlin
Wir bitten um Ihre Anmeldung bis zum 22. April 2026.

Aquarell von Simon Petrus Klotz, um 1799: Der große Teich und Gloriet (im Schönhofer Park)
In der Zeit 1770 – 1790 entstanden die frühesten adeligen Landschaftsgärten Böhmens: Vlašim/Wlaschim, Veltrusy/Weltrus, Červený Hrádek/ Rothenhaus, Tereziino údolí/Theresienthal, Krásný Dvůr/ Schönhof. Alle diese wichtigen historischen Parkanlagen wurden in den letzten Jahren interdisziplinär erforscht, was zu vielen interessanten Entdeckungen führte. Für die Habsburger Monarchie war signifikant, dass die Aufraggeber dieser Gärten (Vlašim aussschliesslich) die Anhänger der Aufklärungs-Ideen waren; sie waren dazu durch die engen Freundschafts- sowie die Familienbeziehungen verbunden. Aufgrund der Forschungsergebnisse ist klar, dass die Schöpfer und Gärtner dieser Parks sich vorwiegend im eutschsprachigen Umfeld (hauptsächlich in Sachsen und Franken) inspirierten. Eine bemerkenswerte Rolle in der Gründungsphase der Parkanlagen in Krásný Dvůr, Tereziino údolí und wahrscheinlich auch in Červený Hrádek kam der bis dahin unbekannten Gärtnerfamilie Födisch zu. Deren Mitglieder waren über mehrere Generationen im adeligen Dienst (nicht nur) an diesen Orten tätig. Die Herkunft und die Genealogie der Familie Födisch kann man dank neu gewonnener Erkentnisse teilweise aufklären und deren Mitglieder aus dem Schatten der Vergangenheit hervortreten lassen.

Bitte beachten Sie: Zu allen Vorträgen sind uns Gäste herzlich willkommen. Alle Exkursionen sind den Mitgliedern vorbehalten.