Aktuelles

Mitgliederversammlung und Buchpräsentation

Achtung!!! Achtung!!!

Die Mitgliederversammlung wird in diesem Jahr unmittelbar vor der öffentlichen Präsention unseres diesjähriigen Mitteilungsbuches stattfinden.

Wir können zum ersten Mal eine Übersetzung des großartigen Gartenbuches der Fürstin Izabela Czartoryska von 1808 vorlegen. Die Fürstin war eine Ikone des polnischen Patriotismus in den Zeiten der Teilung des Landes. Sie errichtete in ihrem Landschaftsgarten in Puławy nicht nur das erste nationale Museum des unter den Großmächten aufgeteilten Königreichs Polen. Ihr Buch zur Gartenkunst, geschrieben für die aufgeklärte polnische Oberschicht wie für ein breites polnisches Publikum insgesamt, ist dabei ein Meilenstein in der polnischen wie in der internationalen Gartengeschichte:

Mancherlei Gedanken über die Art und Weise, Gärten anzulegen (1805/1808) - das Gartenbuch der Fürstin Izabela Czartoryska [Myśli różne o sposobie zakładania ogrodów (dt.)] 

Übersetzung: Marta Majorczyk
Mit Beiträgen von Adam Labuda, Katrin Schulze, Barbara Werner, Clemens Alexander Wimmer.

Für die Pückler Gesellschaft e. V. herausgegeben von Michael Niedermeier in Zusammenarbeit mit Renée und Rüdiger Uhlenbrock

Partner unserer Publikation ist diesmal die Klassik Stiftung Weimar, denn das wertvolle handkolorierte Privatexemplar der Großherzogin von Sachsen-Weimar Maria Pawlowna (geb. Großfürstin von Rußland) aus der Anna-Amalia-Bibliothek Weimar bildet die unmittelbare Vorlage für unsere Ausgabe. Und die Blumenclumps vor dem Römischen Haus im Park an der Ilm in Weimar und im Park von Tiefurt wurden rekonstruiert und bepflanzt nach den Pflanzvorlagen aus dem Gartenbuch der Izabela Czartoryska. Die Fürstin war nicht nur mit dem europäischen Hochadel, sondern auch intensiv mit den Geistesgrößen der "Hauptstadt der Poesie" im intensiven Austausch. 

Bitte merken Sie sich als Termin den 22.3.2018 vor. Eine gesonderte Einladung erfolgt noch.

Zum Inhalt:

Wie in vielen anderen europäischen Ländern breitete sich auch in Polen zwischen 1770 und 1820 der Landschaftsgarten als dominierender gartenkünstlerischer Stil aus. Reisen des polnischen Adels nach England, Frankreich und Deutschland, das Studium der aktuellen europäischen Gartenliteratur sowie Korrespondenzen mit Gartenschöpfern und der „Import“ westeuropäischer Künstler bildeten eine Basis dafür. Aber auch in Polen erhielt er seine ganz eigene, dem Land angepasste Ausprägung.

Eine wegbereitende Rolle für die Entwicklung des Landschaftsgartens in Polen spielte Fürstin Izabela Czartoryska (1746-1835), eine Ikone des weltläufigen polnischen Patriotimus. Neben ihren Parkanlagen in Powązki bei Warschau und ihrem Hauptwerk Puławy bei Lublin, war vor allem ihr Buch „Myśli różne o sposobie zakładania ogrodów“ (Mancherlei Gedanken über die Art und Weise, Gärten anzulegen) wegweisend für Theorie und Verbreitung des „neuen“ Gartenstils in Polen. Es erschien 1805 (zweite Auflage 1808) als erstes umfangreicheres Traktat zur Kunst des Landschaftsgartens in polnischer Sprache. Nie in andere Sprachen übersetzt, blieb das Buch in anderen Ländern so gut wie unbekannt, war aber in Polen vor allem in Hinblick auf die Entwicklung der polnischen Gartenliteratur des 19. Jahrhunderts von großer Wirkung.

In elf von Jan Zachariasz Frey illustrierten Kapiteln behandelt das Buch, mal unterhaltsam, mal sachlich alle wesentlichen Gestaltungselemente des Landschaftsgartens. Im Anhang werden in einem über vierzigseitigen Pflanzenkatalog für die polnischen geographischen Breiten empfohlene Bäume, Sträucher, Stauden und Blumen aufgelistet. Aus Czartoryskas Buch spricht ein durchaus literarischer Anspruch und zeigt ihre breite Kenntnis der europäischen Entwicklungen, weit über die Gartenkunst hinaus. Gleichermaßen enthält es aber auch praktisch umsetzbare, anschaulich dargestellte Ratschläge nicht nur für die Anlage von Gärten, sondern auch für die Verschönerung der Dörfer und ländlichen Gegenden Polens. Nach der von Czartoryska sehr schmerzhaft erlebten Aufteilung Polens unter den Großmächten Preußen, Russland und Österreich-Ungarn werden Gärten für sie zum Symbol für eine glücklichere Vergangenheit, aber zugleich auch für die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Die vorliegende Übersetzung möchte das Werk der Fürstin Czartoryska einem deutschsprachigen und internationalen Publikum näher bringen und damit ihren Beitrag zur Entwicklung des Landschaftsgartens als einem wichtigen Teil der Gartenkunstgeschichte wie auch der gesamten europäischen Kulturgeschichte würdigen. Die Klassik-Stiftung Weimar stellt für die Publikation die dreißig Kupfertafeln der vollständig handkolorierten Ausgabe der Großherzogin Maria Pawlowna von Sachsen-Weimar zur Verfügung. Maria Pawlowna, eine geborene russische Großfürstin, war die Schwester des russischen Zaren Alexander I., zu dessen engsten Freunden wiederum Fürst Adam Jerzy Czartoryski gehörte, der Sohn der Czartoryska.   Und noch die heutigen Blumenpflanzungen vom Weimarer Park an der Ilm und  von Tiefurt sind Belege für den prägenden Einfluss, den das Gartenwerk der Czartoryska in der europäischen Gartenkunst hinterlassen hat. 

 

 

Aktuelle Bürobesetzung

Liebe Mitglieder,

im Moment kann das Büro der Pückler Gesellschaft im Schloß Glienicke nur unregelmäßig besetzt werden.  Im Bedarfsfall bin ich aber unter der Rufnummer 0303211520  zu erreichen.

Herzlich Barbara Rams-Schumacher

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